12.Spieltag – Heimspiel VfB Stuttgart – Arminia Bielefeld – Die ostwestfälische Fregatte

Sonntag Mittag 13:30,
es regnet in Strömen im Stuttgarter Nordosten,
trotzdem eilen 54.000 Zuschauer zum Heimspiel des VfB Stuttgart.
Alles ist vorbereitet für die groß angelegte Choreografie, die vor dem Anstoß abgehalten werden soll.
Alles läuft reibungslos und die Choreografie der Cannstatter Kurve erstrahlt in voller Pracht und Schönheit.
Die Fans haben das glorreiche schwäbische Linienschiff mit einer prachtvollen Takelage ausgeschmückt und das Deck geschruppt, damit der Funke auf die Mannschaft überspringt und nicht wieder eine Leistung wie gegen Dresden auflodern kann.

Aber die Mannschaft vom VfB Stuttgart hatte die Botschaft wohl missverstanden oder wie damals Luhukay zum Besten gegeben hatte „Viele seiner Profis seien es nicht gewohnt, vor großen Kulissen und unter Druck ihre Leistung abzurufen“. Das an der Aussage eventuell ein Fünkchen Wahrheit steckte, hatte ich nie zu glauben vermutet, jedoch scheint er mit seiner Aussauge an der Wahrheit gekratzt zu haben.

Die erste Halbzeit im Heimspiel VfB – DSC

Viele Spieler wirkten wirklich von dem Druck und der Kulisse beeindruckt und spielten eine erste Halbzeit zum einschlafen.
Ich hatte gehofft dass nur die Zuschauer vorm Fernseher ihren Rausch ausschlafen und ausnüchtern müssten, doch ganz offensichtlich mussten auch einige Spieler ihren Restalkohol vom vortägigen Trinkgelage rauslaufen. Anders lassen sich die vielen Fehlpässe, schlechtes Stellungsspiel und fehlende Geschwindigkeit kaum erklären. Über die Außenspieler wie Mane, Asano, Großkreutz oder Insua kam kein Druck und keine Zuspiele, kein Aggressivität oder Torgefahr. Keine Flanke auf Terodde, sondern nur Fehlpässe, leichte Ballverluste und Unkonzentriertheit.

Das Spiel glich einem Tag auf See bei absoluter Windstille, es ging nicht nach vorn und nicht nach hinten.
Alle Seeleute vom VfB waren in ihren Kajüten und dösten in ihren Hängematten.
Das die Männer mit dem roten Brustring mit 1:0 in Halbzeit gingen, lag wirklich nur am Mega Bock vom Arminia Torwart Hesl, der Esel. So konnte Terodde sein erstes Tor an diesem Spieltag schießen, wodurch die Leistung vom VfB nicht unbedingt besser wurde, geschweigedenn Sicherheit und Ruhe ins Spiel kam.

Die zweite Halbzeit im Heimspiel VfB – DSC

Die zweite Hälfte begann wie die erste Aufgehört hatte.
Das Gegentor in der 64.Minute, ein Paradebeispiel für die Stuttgarter Trunkenheit an Deck in der Abwehr, ein echter Klassiker der seine Uraufführung in der Abstiegssaison feierte und nun seine Wiederaufführung fand.
Die Abwehr ließ sich einfach übertölpeln und Voglsammer konnte sich die Ecke aussuchen.
Das war der Beginn der Spieltagsendrally für die Hausherren.
Ab da lief es auf einmal ,die Pässe kamen an, das Stellungsspiel war besser und die Aggressivität und das Pressing wurde erhöht.

Der Mann im Krähennest hatte endlich die Bielefelder Fregatte erspäht und Kapitän Gentner gab den Befehl die Kanonen zu stopfen und eine Breitseite an Salven abzufeuern.
Zudem kam Maxim von der Bank und brachte Spielfreude und Enthusiasmus ins Spiel nach vorne, sein Vorgänger Özcan blieb die komplette Spielzeit über Blass und konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken.

Mit dem Gegentor begann die Stuttgarter Angriffsflut und die Wellen an Flanken und Steilpässen brandeten gegen die Bielefelder Abwehrreihe, die immer stärker ins Wanken geriet und zum Spielball der Gezeiten wurde. Die manövrierunfähige Bielefelder Fregatte wurde dann in der 70 Minute von Simon Terodde geentert und mit seinem 2:1 schwer beschädigt. Nach dem 2:1 kaperten die furchtlosen Recken den Ballbesitz und brachten das Bielefelder Schlachtschiff endgültig zum Kentern mit dem 3:1 durch Terodde in der 90 Minute.

Das Heimspiel des VfB ist abgepfiffen:

Insgesamt war es ein schwächeres Spiel vom VfB Stuttgart, dass bis zum Gegentor kaum Highlights bot und eine solide Abwehrleistung von Arminia Bielefeld wie ein Bollwerk erschienen lies. Nach dem Gegentor spielte die Arminia deutlich offensiver und bot mehr Platz für Maxim, Gentner und Terodde. Die das Geschenk annahmen und die Tore verwandelten. Am Ende kann man sich über Platz 2 in der Tabelle sowie drei weitere Punkte freuen und hoffen dass die Spieler in zwei Wochen nicht wieder die erste Halbzeit verschlafen.
Dann wartet anstatt der Bielefelder Fregatte, ein Berliner Panzerschiff auf die Recken mit dem roten Brustring.

PS: Danke VfB-Bilder.de für das Foto