14.Spieltag – VfB Stuttgart-1.FC Nürnberg – Die Kälteschlacht vom Weihnachtsmarkt Stuttgart

VfB Stuttgart gegen 1.FC Nürnberg.
Zuletzt trafen beide Mannschaften am 26.03.2014 aufeinander.
Damals noch in der 1.Liga, am letzten Sonntag das Wiedersehen in Liga 2.
Die Kälteschlacht vom Neckar.
Die Kälteschlacht vom Weihnachtsmarkt Stuttgart

1.Halbzeit vom Stuttgarter Weihnachtsmarkt:

Der Geruch von Glühwein und gebrannten Mandeln hängt in der Luft, die Stuttgarter Fan zieht es vom Weihnachtsmarkt zum Stadion. Beschwingt durch weihnachtliche Musik und einer Saison die jetzt schon ein kleines Geschenk unter dem Weihnachtsbaum gleicht, kommen die Fans ins Stadion um sich am spielerischen Lagerfeuer des roten Brustring aufzuwärmen.Trainer Hannes Wolf hat schon mal ordentlich vorgeglüht und die Spieler heiß gemacht auf ein richtungsweisendes Spiel.

Die ersten 20 Minuten pressen die Spieler aus Bad Cannstatt die Nürnberger in deren Hälfte und somit war es nur eine Frage der Zeit bis Weihnachtsmann Simon Terodde das erste Gegentor den Clubberern schenkt. Diese nette Geste war bereits nach 3 Spielminuten vollzogen. Asano übernahm dabei die Rolle des Zwarte Piet und legte mustergültig auf Terodde auf, der den Ball nur noch ins Tor stochern musste. Seit in der Vorweihnachtszeit wieder Lebkuchen und Zimtsterne reißenden Absatz finden, trifft auch wieder der bullige Stürmer Terodde. Es wird immer deutlicher, dass ein frühes Tor eine taktische Vorgabe von Hannes Wolf ist und bis jetzt auch kein Gegner ein echtes Mittel dagegen gebraut hat.

In der Zeit nach dem Tor zogen sich die Stuttgarter deutlich zurück und überließen den Nürnbergern den Platz rund um das Kinderkarussell. Sobald die gegnerischen Spieler aber näher an den Strafraum kamen, wurde aus dem Platz am Kinderkarussell, aber schnell die dreckige Ecke rund um den Boxautomaten auf der Kirmes. Baumgartl, Pavard und Kaminski kannten kein Pardon mit ihren Gegenspielern und bearbeiteten diese wie aufgepumpte Jungen beim Dosenwerfen. Brachial und effektiv. Genauso effektiv war dann auch Simon Terodde der in der 33 Minute auf 2:0 erhöhte und somit schon mal die ersten Glühweinbestände anzapfte.
Glücklich beschwingt und etwas beschwipst vom Erfolg ging es in die Kabine.

2.Halbzeit vom Stuttgarter Weihnachtsmarkt:

Nach der guten 1.Halbzeit begannen die Stuttgarter Spieler aber wieder in ihr altes Muster zurück zu fallen und begannen bei „Last Christmas “von Wham mit zu schunkeln und sich bequem im Sessel zurück zu lehnen, wie nach dem Weihnachtsbraten. Darauf folgten einige Torchancen der Nürnberger die jetzt ein höheres Tempo beim traditionellen Spaziergang am 2.Weinachtstag einforderten. Doch die Stuttgarter blieben lieber bei Glühwein und Rostbratwurst am Feuerkorb stehen und schauten sich das Spektakel an. Die Gemütlichkeit wurde dann aber jäh unterbrochen, durch das Anschlusstor von Möhwald in der 80 Minute.

Ab da passte die Temperatur auch wieder zum Gemütszustand der Fans aus Bad Cannstatt, -Frostig-, allgemeines Zittern auf den Rängen und auf dem Platz ließ die Beine schlottern und alle hofften, dass es ein gutes Ende nehmen würde. Auf der Tribüne wünschte man sich nicht wieder eine Krawatte oder Socken zu Weihnachten, sondern viel mehr 3 Punkte gegen Nürnberg. Bis dahin waren es aber noch lange 10 Minuten und die Männer mit dem roten Brustring agierten wie nach zu viel Feuerzangenbowle und Paradiesäpfel, schwerfällig und unkonzentriert.
Aber zum Glück konnte sich Asano nochmal den Bauch halten und einen Sprint bis vor das Tor anziehen und den Ball versenken – 3:1 .

Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt ist abgepfiffen:

Die Mannschaft hat nach dem frühen Tor wieder einen Gang zurück geschaltet, konnte dieses Mal aber auf 2:0 erhöhen. Da war ein ganz klarer Fortschritt zu sehen zum Spiel gegen Union Berlin. Jedoch musste am Ende wieder gezittert und gehofft werden, da Nürnberg schalten und walten durften wie sie wollten, vor allem in Halbzeit 2. Vor allem die letzten 10 Minuten haben den alten VfB Stuttgart gezeigt. Jedoch konnte Asano sich selbst und alle Fans mit dem 3:1 beschenken.

Man sieht sehr gut, dass Hannes Wolf mit jedem Spiel mehr lernt über sich, die Spieler, Taktik und den VfB. Er zieht bis jetzt immer die richtigen Schlüsse aus den Ergebnissen und Leistungen der Spieler und analysiert präzise, Schwachstellen im Spielverhalten. Ebenfalls positiv ist seine pragmatische Art und Weise Probleme zu lösen und die Mannschaft optimal einzustellen, auf jeden Gegner. Genauso wie Terodde auch immer besser in Fahrt kommt und viele Fans und Kritiker ihn wohl zu früh als Fehleinkauf tituliert haben, denn mit jedem seiner Tore straft er sie lügen.
Das darf er auch gerne nächste Woche gegen Aue wieder tun.

Danke VfB-Bilder.de für das Foto