15.Spieltag – VfB Stuttgart 1893-Erzgebirge Aue – Stuttgart gefangen im Bergwerk

15.Spieltag der 2.Bundesliga,
Erzgebirge Aue gegen den VfB Stuttgart 1893.
Ruhrpott des Ostens gegen Schönheit des Südens.

Erzgebirge Aue gilt als absoluter Kumpel verein.
Stahl und Kohleabbau haben die Fans und Verantwortlichen zusammengeschweißt.
Aue ist der FC Schalke des Ostens.
Mit dem Steigerlied wird die Partie eröffnet und mit Bergbau-Parolen die Mannschaft unterstützt.

1. Halbzeit des Vfb Stuttgart 1893

Die Spieler mit dem roten Brustring staunten nicht schlecht, als sie den Rasen des Erzgebirgsstadion betraten. Ein komplett zugefrorener Platz lag vor ihnen, die Verantwortlichen hatten vergessen die Rasenheizung anzustellen. So eine Kleinigkeit lässt sich auch leicht vergessen, wenn die Temperaturen seit Tagen unter dem Gefrierpunkt liegen.

Das beeindruckte die Spieler vom VfB jedoch nur in den ersten 10 Minuten.
Es war glatt auf dem Rasen und viele Fehlpässe und Unstimmigkeiten resultierten daraus.
Der ungewohnte Untergrund ließ sie reihenweise erschauern und sie brauchten einen der mit der Grubenlampe voran ging, um das Schreckgespenst zu überwinden.

Diese Ehre übernahm dieses Mal Timo Baumgartl in der 13. Minuten.
Mit einem sehenswerten Kopfball drischt er das runde Leder über die Linie. Ab dann begann die Mannschaft endlich die Funken fliegen zu lassen und mit einem glänzenden Pass auf Asano wurde das hintere Stahlwerk von Aue in Verlegenheit gebracht, wodurch der Auer Vorarbeiter Haas wild mit den Armen zu rudern begann und sich den Ball selbst ins Tor legte.
Kapitän Genter bekam das Tor in der 24.. Minute gut geschrieben – 0:2 –

Die Auer Angriffs Zeche konnte daraufhin kaum Angriffe zu Tage fördern, stattdessen konnte sie nicht viel mit dem Ballbesitz anfangen und trug den Ball von rechts nach links. Sobald sie aber in die Bergstollen des VfB Stuttgart vordrangen, stießen sie bei ihren Bohrungen auf Granit. Keiner der Abwehrspieler leistete sich einen Fehler, sondern blieb trotz harter Sitten standhaft wie Stahlbeton.
Mit ordentlich Ruß und Dreck am Leib ging es für die beiden Mannschaften dann mit dem Förderkorb in die Kabine.

2. Halbzeit des VfB Stuttgart 1893

In der 2.Halbzeit wurde aus dem Auer Stahlwerk eher ein sächsischer Rost Gürtel.
Die Spieler von Aue begannen zu zittern, wenn nur ein Stuttgarter Kumpel in die Nähe ihrer Zeche kam und so wurde das Spiel vom VfB durch immer wiederkehrende Aufgüsse heißem Stahl angefeuert und Mane wurde auf seiner rechten Seite zu einer losgerissenen Lore, die immer hoch und runter flitzte. Die Schienen seiner Güterlore führten ihn in der 67.Minute bis vor das gegnerische Tor, vorbei an Vorarbeiter Hass und rein ins Glück des Tüchtigen -0:3-

Daraufhin viel den Spielern aus dem Erzgebirge wenig bis gar nichts mehr ein und man merke, dass sie durch die Hitze und die stickige Luft im Bergwerk deutlich an Leistungsstärke verloren hatten.
In der 77 Minute gelang Mane dann der endgültige Durchschlag mit dem 4:0. Ab da ließen die Stuttgarter Kumpel nichts mehr anbrennen und gewährten den Auer Spielern den Ballbesitz.
Die aber in der Stuttgarter Kohlemine keine neuen, überraschende Schächte ausheben konnten.

1893% Abgepfiffen:

Es war ein kampfbetontes Spiel von dem beide viel Ruß und Dreck mitnahmen, aber Stuttgart am Ende die deutlich bessere Schwerindustrie besaß. Man überließ über weite Strecken dem Gegner den Ballbesitz und spielte clever auf Konter. Diese wurden dann von den beiden pfeilschnellen Außen Ansano und Mane gut genutzt und zu guten Torchancen veredelt.

Alles im Allem war es kein überragendes Spiel vom VfB, aber Effektiv.
Sodass sich die Spieler mit dem roten Brustring am Ende der Arbeitswoche sich entspannt mit ihrer Lohntüte in die Trinkhalle setzten konnten und den verdienten Sieg genießen können.

Danke VfB-Bilder.de für das Foto